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Neuigkeiten zum Kapitalmarkt von der Fürst Fugger Privatbank: Mit klarem Kopf ins neue Börsenjahr

Venezuela wird Schauplatz eines unerwarteten geopolitischen Zwischenfalls

Ein Vorsatz für das neue Jahr könnte sein, Investitionsentscheidungen bewusster und rationaler zu treffen. Wer sich von Emotionen leiten lässt, verliert leicht den Überblick. Eine aktuelle Erhebung der University of Michigan zur US-Konsumentenstimmung zeigt, dass sich die Verbraucher unsicher fühlen. Historisch betrachtet, beflügelt eine Erholung der Konsumentenstimmung nach niedrigen Kursniveaus oft die Kapitalmärkte. Derzeit ist die Stimmung zwar schlecht, die Aktienmärkte bewegen sich jedoch bereits auf Allzeithochs. Und es gibt Gründe für diese Stimmung, die auf den ersten Blick nicht zu den Kursständen passt: So ist in den USA seit Mitte 2024 die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe rückläufig, beziehungsweise stagniert auf sinkendem Niveau. Was hinzu kommt: Die persönliche Sparquote in den USA hat sich mit aktuell 4,7 % im Vergleich zu ihrem historischen Durchschnitt fast halbiert. Diese Faktoren prägen die wirtschaftliche Wahrnehmung vieler Haushalte stärker als positive Schlagzeilen von den Finanzmärkten.

In einer Zeit des permanenten Nachrichtenflusses wird es daher zur Schlüsselkompetenz, die Informationsflut filtern und einordnen zu können. Die Unterscheidung zwischen Nachricht und Auswirkung ist auch bei der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA entscheidend: Es gibt eine weltweite politische Kontroverse um die Festnahme eines Staatschefs aus einem OPEC-Land – spürbare Auswirkungen auf die globalen Aktien-, Öl- oder Rohstoffmärkte sind aber bislang nicht erkennbar. Bei genauerem Hinsehen ist das auch nachvollziehbar: Zwar verfügt Venezuela über die weltweit größten bestätigten Erdölreserven, doch ist die Ölproduktion seit den frühen 2000er Jahren massiv zurückgegangen: von über drei Millionen Barrel pro Tag auf rund eine Million. Für die globalen Rohstoffmärkte ist aber nicht die Größe der Reserven entscheidend, sondern die tatsächlich verfügbare und verlässliche Fördermenge. Und die bleibt in Venezuela auf absehbare Zeit begrenzt.

Der erste große geopolitische Aufreger des Jahres hat daher keine Ausschläge an den Märkten nach oben oder nach unten bewirkt. Der Handstreich der USA in Venezuela dürfte aber auch in Peking und Moskau aufmerksam verfolgt worden sein. Welche Schlüsse dort daraus gezogen werden, ist noch ungewiss. Für das Börsenjahr 2026 ist es jedoch sicherlich kein Fehler, ein besonderes Augenmerk auf geopolitische Risiken und ihre möglichen Auswirkungen zu richten.

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