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Neuigkeiten zum Kapitalmarkt von den Experten der Fürst Fugger Privatbank: Deutsche Staatsanleihen bleiben ein sicherer Hafen

Bonität und Nachfrage intakt

In allen großen Volkswirtschaften steigt die Staatsverschuldung und die Ausgaben müssen über Anleihen finanziert werden. Gleichzeitig hat das Sicherheits-Image staatlicher Anleihen Risse bekommen: Einige europäische Gläubiger haben schon US-Staatsanleihen abgestoßen bzw. spielten öffentlich mit dem Gedanken, dies zu tun. Zusätzlichen Druck baut ein möglicher Rückzug internationaler Investoren wie z.B. China auf. Und in Frankreich wurde die Bonität des Staates herabgestuft.

Deutschland hingegen galt hier stets als Musterschüler. Zuletzt mehrten sich jedoch die Stimmen, vorwiegend aus populistischen Lagern, die eine Überschuldung und einen Bonitätsverlust für Deutschland kommen sehen, der für deutsche Anleihen gefährlich wäre. Dem können wir nicht zustimmen: Deutsche Staatsanleihen bleiben ein sicherer Hafen für Anleger und werden selbstverständlich weiter gefragt sein. Dies liegt nicht zuletzt an der Bonität Deutschlands und an der herausragenden Liquidität des deutschen Rentenmarktes. Zwar muss Deutschland die Staatsverschuldung im Blick behalten, die Bonität bleibt aber auch bei steigenden Staatsausgaben intakt.

Dies gilt auch für die Nachfrage nach Staatsanleihen. Schließlich sind es nicht nur Krisenszenarien, die die Wertentwicklung von Anleihen beeinflussen: In dem Maß wie Staatsanleihen aus den USA oder Frankreich an Attraktivität einbüßen, wandert der Blick der Anleger, und damit auch die Nachfrage, nach Deutschland. Diese Nachfrage macht deutsche Staatsanleihen selbst dann zu einem sicheren Hafen, wenn die Bonität einmal unter etwas mehr Druck geraten sollte. Sie richtet sich stets danach, was im Vergleich auf dem Markt angeboten wird.

In Europa dürfte die EZB die Inflation zunehmend in den Griff bekommen. Der öffentliche Finanzbedarf steigt jedoch deutlich an. Das wiederum sollte zu höheren Renditen bei den Anleihen führen. Anlegern empfehlen wir daher bei einer Neuanlage in Anleihen vorerst kürzere Laufzeiten bis zu 3 Jahre. Bei deren Fälligkeit ist ein spürbar höheres Renditeniveau zu erwarten. Das lässt sich dann nutzen, um auch längerfristig zu investieren.

Wer sich um Risiken bei Anleihen sorgt, der sollte sich die Risikoaufschläge europäischer und amerikanischer Unternehmensanleihen genau ansehen. Die liegen auf einem historisch niedrigen Niveau. Es stellt sich daher die Frage nach einem angemessenen Chance-Risiko-Verhältnis für die dort erzielbaren Renditeaufschläge – gerade im Vergleich zu sicheren „Bunds“ mit AAA-Rating.

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