Für die Woche vom 13. – 17.07.2026
DAX
In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 25.067 Punkten und verlor 2,76 %, etwas schwächer als der Euro Stoxx 50. Nach dem Rekordhoch am Montag drehte die Stimmung, weil ein weltweiter Rückgang bei Technologiewerten und neue Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Risikobereitschaft belasteten. Steigende Ölpreise verstärkten die Inflationssorgen, während Gewinnmitnahmen bei zuvor stark gelaufenen Industrie- und Rüstungswerten den DAX zusätzlich drückten. Auf Einzeltitelebene führten QIAGEN (+5,14 %, neue Übernahmespekulationen), Deutsche Telekom (+3,90 %, Analystenlob und Branchenstärke) und Commerzbank (+2,44 %) die Liste an. Schwächer tendierten Siemens Energy (-9,52 %, Analystenabstufung), Rheinmetall (-9,27 %) und Hochtief (-8,96 %). Aus charttechnischer Perspektive zeigte der Markt einen deutlichen Rücksetzer vom neuen Rekordhoch. Die Handelsspanne reichte von 24.830 bis 25.900 Punkten, wobei der DAX die runde Marke von 25.000 Punkten zum Wochenschluss knapp verteidigte. Oberhalb des Schlusskurses liegt mit dem Vortagesschluss bei 25.118 Punkten und dem Freitagshoch bei 25.196 Punkten die erste Widerstandszone. Wird sie überwunden, rücken der Vorwochenschluss bei 25.779 Punkten und anschließend das Rekordhoch wieder in den Blick. Auf der Unterseite bilden das Freitagstief bei 24.938 Punkten und das 76,4-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 24.948 Punkten eine enge Unterstützung. Darunter liegt das Wochentief bei 24.830 Punkten. In der neuen Woche stehen Chinas Wachstums- und Aktivitätsdaten am Mittwoch sowie die endgültigen Verbraucherpreise der Eurozone am Freitag im Vordergrund. Die deutschen Großhandelspreise am Dienstag liefern zuvor einen weiteren Hinweis auf den Preisdruck.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones konsolidierte um 0,5 % in der vergangenen Woche. Er schloss bei 52.523 Punkten. Während sich Industrie- (+1,1 %) und Grundstoffaktien (-2,2 %) schwertaten, waren Technologieaktien (+3,4 %), gefragt. Sie brachten S&P 500 (+1,2 %) und Nasdaq Composite (+1,7 %) ins Plus auf Wochenbasis. Insbesondere die großen Technologiekonzerne zeigten Stärke, auch der Energiesektor (+3,2 %) war fest. Zu Wochenbeginn erzielte der Dow Jones nochmal ein neues Allzeithoch mit 53.090 Punkten und konnte erstmals über der 53.000 Punkte schließen, ehe Gewinnmitnahmen aufgrund eines erneuten Aufflammens des USA- / Iran-Konfliktes einsetzten. Dennoch befindet sich der Dow Jones noch knapp über dem mittelfristigen (steigenden) Trendkanal, der sich aus den Verlaufshochs von November 2024 und Februar 2026 herleiten lässt und der aktuell bei 52.068 Punkten verläuft. Wie in der Vorwoche sehen wir nur begrenztes Aufwärtspotenzial, das wir bei einem kurzfristigen Überschießen des Intraday-Allzeithochs bei 53.345 Punkten sehen. Kurzfristig steigende Kurse würden aus unserer Sicht schnell zu einer Überhitzung der Markttechnik führen und den US-Markt anfällig für Gewinnmitnahmen machen. Deshalb sollte der oben genannte Trendkanal für die Charttechniker noch längere Zeit relevant bleiben. Wir erwarten, dass der Dow Jones schon bald wieder unter diese Marke rutschen wird. Wahrscheinlich scheint auch ein Test des kurzfristigen Aufwärtstrends, der sich seit Ende März etabliert hat. Er verläuft bei 51.875 Punkten. Perspektivisch erwarten wir über den Sommer eine Zunahme der Volatilität, was die Wertentwicklung des Dow Jones belasten sollte. Unserer Meinung nach überwiegen aktuell die Risiken und Anleger sollten nicht zu optimistisch positioniert sein. Wir empfehlen mögliche starke Tage für Gewinnmitnahmen zu nutzen, da wir den Börsenverlauf der vergangenen Wochen als distributiv einschätzen. Einer positiven Börseneröffnung folgten eher schwächere Handelsverläufe. Neben dem kurzfristigen Trendkanal liegt die nächste wichtige Unterstützung bei der 38-Tage-Linie (aktuell bei 51.563 Punkten), gefolgt vom Allzeithoch vom Februar 2026 bei 50.168 Punkten.
Einschätzung
Aus unserer Sicht sollten die Marktteilnehmer ihren Fokus von der Chancenseite hin zu einer stärkeren Beachtung der Risiken legen. Ein Aufbau von Positionen würden wir aktuell nicht vornehmen, stattdessen sollten Marktteilnehmer darüber nachdenken Gewinne mitzunehmen. Der distributive Charakter der Börsenentwicklung in den letzten Wochen hat uns vorsichtiger werden lassen.