Für die Woche vom 22. – 26.06.2026
DAX
In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 24.986 Punkten und legte um 1,42 % zu, etwas schwächer als der Euro Stoxx 50. Ein vorläufiges Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie fallende Ölpreise sorgten zunächst für Entlastung. Die BMW-Gewinnwarnung zog den Autosektor nach unten, während die Absage weiterer Gespräche zum Wochenschluss neue Zweifel an einer dauerhaften Beruhigung weckte. Auf Einzeltitelebene führten Siemens Energy (+9,99 %, Prüfung einer möglichen Abspaltung), Deutsche Bank (+8,28 %) und MTU Aero Engines (+6,67 %) die Liste an. Schwächer tendierten BMW (-10,48 %, Gewinnwarnung wegen China und Iran), Volkswagen (-9,03 %, Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung) und Deutsche Telekom (-6,07 %). Aus charttechnischer Perspektive zeigte der Markt eine Erholungswoche, blieb zum Schluss aber an der runden Marke von 25.000 Punkten hängen. Die Handelsspanne reichte von 24.764 bis 25.173 Punkten. Unmittelbar oberhalb des Schlusskurses formt die psychologische Schwelle zusammen mit dem Vortagesschluss bei 25.027 Punkten eine enge Widerstandszone. Wird sie überwunden, rückt zunächst der obere Wochenrand und anschließend das 52-Wochen-Hoch bei 25.508 Punkten in den Blick. Auf der Unterseite stützt zunächst das Freitagstief bei 24.952 Punkten. Darunter folgt der Wochenboden, bevor die besonders enge Konvergenz aus dem 76,4-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 24.648 Punkten und dem Vorwochenschluss bei 24.635 Punkten Bedeutung gewinnt. Solange diese Zone hält, bleibt das Bild konstruktiv. In der neuen Woche stehen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone am Dienstag sowie der ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch im Vordergrund. Zum Wochenbeginn tritt außerdem der Indexwechsel in Kraft: Hochtief rückt in den DAX auf, während Porsche Automobil Holding ausscheidet.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones erzielte in der vergangenen Woche Kursgewinne von 0,7 %. Er schloss bei 51.573 Punkten. Unterstützend zeigte sich die Geopolitik durch die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Für Volatilität sorgte der neue US-Notenbankpräsident Warsh, dessen Wortlaut als „falkenhafter“ (strengere Geldpolitik) empfunden wurde, als zuvor allgemein erwartet wurde. Der Grund, die Inflation erweist sich als hartnäckiger als gedacht und so hob die US-Notenbank die Inflationserwartungen deutlich von 2,7 % auf 3,6 % an. Halbleiteraktien waren gefragt und konnten auf Wochenbasis um 7,3 % an Wert zulegen. Energieaktien (-6,6 %) litten unter dem stark sinkenden Rohölpreis, der unter 80 US-Dollar rutschte. Nach einem festen Wochenauftakt testete der Dow Jones die obere Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals (Verlaufshochs von November 2024 und Februar 2026) bei 51.831 Punkten, ehe kleinere Gewinnmitnahmen einsetzten und im Wochenchart ein erstes Warnsignal in Form eines unschönen „Gravestones“ setzten. Zuvor konnte der Dow Jones intraday noch ein neues Allzeithoch bei 52.279 Punkten erreichen. Aktuell befindet er sich im Bereich der wichtigen Marken bei 51.567 Punkten (bisheriges Allzeithoch vom 4. Juni) bzw. 51.696 Punkten (kurzfristiger Trendkanal aus den Verlaufshochs von Februar 2026 und Anfang Juni. Wir sehen die Rallye aktuell als recht fortgeschritten an, sehen aber noch etwas Luft für steigende Kurse in dieser Woche. Für den Dow Jones bedeutet dies aus unserer Sicht bestenfalls ein Entlanghangeln am oben genannten mittelfristigen Aufwärtstrend. Für ein nachhaltiges Überwinden dieses Trendkanals sehen wir die Rallye als bereits zu fortgeschritten an. Die Erholung, die wir in den vergangenen zwei Wochen gesehen haben, sollte zeitnah zu einer Überhitzung der Indikatorenlage führen. Wir empfehlen mögliche starke Tage für Gewinnmitnahmen zu nutzen, da wir den Börsenverlauf der vergangenen Woche als distributiv einschätzen. Einer positiven Börseneröffnung folgten eher schwächere Handelsverläufe. Die Optionsmärkte signalisieren, dass wir volatilere Tage sehen sollten. Wir bleiben bei unserer Empfehlung der Vorwoche, aktuell steigenden Kursen nicht hinterherzujagen. Die nächste wichtige Unterstützung liegt beim Allzeithoch vom Februar 2026 bei 50.241 Punkten sowie bei der 38-Tage-Linie (aktuell bei 50.388 Punkten). Weitere Unterstützungen folgen bis in den Bereich bei 48.759 Punkten.
Einschätzung
Wir halten das Aufwärtspotenzial aktuell für begrenzt. Ein Aufbau von Positionen würden wir aktuell nicht vornehmen, stattdessen sollten Marktteilnehmer darüber nachdenken, in einer guten Börsenlage in dieser Woche Gewinne mitzunehmen. Der distributive Charakter der Börsenentwicklung in der Vorwoche hat uns wieder vorsichtiger werden lassen.