Für die Woche vom 11. – 15.05.2026
DAX
In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 24.339 Punkten und legte um 0,19 % zu, etwas schwächer als der Euro Stoxx 50. Meldungen über eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt drückten zeitweise die Ölpreise und stützten europäische Aktien, während die erneute Eskalation am Freitag die Erholung beschnitt. Unternehmenszahlen blieben der zweite Stabilisator, denn mehrere DAX-Konzerne lieferten robuste Quartale. Auf Einzeltitelebene führten Continental (+10,13 %, stärkere Reifenmargen), Infineon (+7,93 %, Prognoseanhebung dank Nachfrage aus Rechenzentren) und BMW (+5,01 %, Marge über Erwartung) die Liste an. Schwächer tendierten Rheinmetall (-10,13 %, Umsatzenttäuschung und Analystenabstufung), Deutsche Börse (-7,22 %) und DHL Group (-7,01 %, Dividendenabschlag). Aus charttechnischer Perspektive zeigte der Markt eine weite Handelsspanne. Das Wochentief lag bei 23.716 Punkten, während das Wochenhoch bei 25.153 Punkten erreicht wurde. Oberhalb der Konvergenzzone aus dem 76,4-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 24.648 Punkten und dem Vortages-Schluss bei 24.664 Punkten hellt sich das Bild wieder auf. Diese Nähe erhöht die Relevanz der Zone. Dann rückt der obere Bereich der Vorwoche in den Blick, darüber das 52-Wochen-Hoch bei 25.508 Punkten. Auf der Unterseite stützt die enge Überlappung aus Vorwochen-Schluss und Freitagstief um 24.292 Punkte. Ein Rückfall darunter würde den Weg in Richtung der runden 24.000er Marke öffnen. In der neuen Handelswoche rücken die amerikanischen Verbraucherpreise am Dienstag in den Fokus, gefolgt von den deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen und den endgültigen deutschen Verbraucherpreisen. Aus der Berichtssaison legen 13 Indexwerte Zahlen vor: Gea Group und Hannover Rück am Montag, Siemens Energy, Munich Re und Bayer am Dienstag sowie Brenntag, Deutsche Telekom, E.ON, Merck KGaA, Allianz, Siemens, RWE und Porsche Automobil Holding am Mittwoch.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones erzielte in der Vorwoche einen leichten Kursgewinn von 0,2 %. Er schloss bei 49.609 Punkten. Dies maskiert die tatsächliche Wertentwicklung der US-Aktien, denn S&P 500 und Nasdaq Composite konnten 2,3 % bzw. 4,5 % zulegen, dank eines sehr starken Technologie-Sektors, der ein Plus von 7 % erzielen konnte. Hier wiederum waren Halbleiter-Aktien besonders stark (+11,1 %). Schwach waren defensive Sektoren, wie Energie (-5,4 %) und Finanzen (-1,4 %). Während S&P 500 und Nasdaq Composite bereits neue Allzeithochs erreicht haben, ist dies dem Dow Jones bisher nicht gelungen. Das bisherige Intraday-Allzeithoch wurde am 10. Februar mit einem Stand von 50.520 Punkten erreicht. In der Vorwoche testete der Dow Jones zwar die psychologische 50.000-er Marke, ein Schlusskurs über diesem Level gelang jedoch bisher nicht. Aus unserer Sicht verbleiben dem Dow Jones nur noch wenige Tage, um dieses Ziel zu erreichen, denn die Markttechnik signalisiert, dass sich das Momentum in dieser Woche abschwächen sollte. Deshalb würde es einer positiven geopolitischen Schlagzeile bedürfen, um vielleicht doch noch den Sprung auf ein neues Allzeithoch (Intraday bei 50.520 Punkten) zu schaffen. Ganz auszuschließen ist es nicht, aber selbst, wenn dies geschehen sollte, gehen wir davon aus, dass die Marktteilnehmer dies als Chance für Gewinnmitnahmen nutzen würden. Das Aufwärtspotenzial sollte also zunächst begrenzt sein und der weitere Verlauf im Mai sollte volatiler und eher durch eine Konsolidierung geprägt sein. Die nächsten Unterstützungen im Bereich von 49.500, 48.759 und 48.283 Punkten sollten in der zweiten Mai- Hälfte ins Spiel kommen und getestet werden. Wir rechnen damit, dass auch die 38-Tage-Linie (aktuell bei 47.901 Punkten) getestet wird und halten selbst einen Test der 200-Tage-Linie perspektivisch für gut möglich.
Einschätzung
Die Markttechnik in den USA zeigt sich weitgehend überhitzt. Deshalb halten wir insbesondere dort das Aufwärtspotenzial für begrenzt und rechnen mit einer Konsolidierung und einer volatilen zweiten Mai-Hälfte. Bei europäischen Aktien sehen wir die Konsolidierung bereits weiter fortgeschritten, so dass dort eigentlich die Markttechnik das Konsolidierungsrisiko mindert. Die Erfahrungen zeigen, dass sich die europäischen Aktienkurse selten von den US-amerikanischen abkoppeln, aber die Markttechnik signalisiert, dass wir wieder in eine solche Phase eintreten könnten.