Für die Woche vom 27.04. – 01.05.2026
DAX
Die deutschen Standardwerte notieren derzeit knapp oberhalb der 200-Tage-Linie, die bei 24.115 Punkten verläuft. Aufgrund des geringen Abstandes kann dieser Glättung daher eine größere Bedeutung zugesprochen werden. Blickt man etwas weiter zurück, so muss man konstatieren, dass sich der DAX seit dem Tiefstand im Zuge des Iran-Krieges bei 21.864 Punkten in der Spitze um ca. 2.500 Punkte erholen konnte. Für die kommende Entwicklung wird, wie in den vergangenen Wochen, eine potentielle Entspannung oder eine weitere Eskalation des Iran-Konfliktes eine große Rolle spielen. Ein erneuter starker Anstieg der Ölpreise wird die Aktienmärkte belasten und umgekehrt. Der Fokus sollte daher auf die bereits oben erwähnte 200-Tage-Linie bei 24.115 Punkten sowie die knapp darunter liegende 50-Tage-Linie bei rund 24.000 Punkten gerichtet werden. Solange diese Unterstützungen nicht signifikant unterschritten werden, bleibt der Basistrend aufwärtsgerichtet.
Dow Jones Industrial
In der Vorwoche beendete der Dow Jones den Handel bei 49.231 Punkten und gab 0,44 % nach, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum 0,55 % zulegen konnte. Der Dow zeigte sich damit etwas schwächer als der breite Markt. Die Quartalsberichte von IBM und ServiceNow am Mittwochabend lösten einen breiten Abverkauf im Enterprise-Software-Sektor aus, weil die unveränderten Jahresprognosen die Anleger trotz solider Zahlen enttäuschten. Honeywell verstärkte den Druck mit schwachen Q1-Zahlen am Donnerstag, und wieder steigende Rohölpreise nach ins Stocken geratenen Iran-Verhandlungen belasteten zusätzlich. Auf Einzeltitelebene führte UnitedHealth (+9,33 %) die Liste der Gewinner an, gefolgt von Amazon (+5,34 %, vor Quartalszahlen am Mittwoch) und Caterpillar (+4,55 %, anhaltender Rückenwind aus der Datacenter-Energieversorgung). Klarste Wochenverlierer waren Honeywell (-8,73 %, Margendruck nach Q1-Bericht) und IBM (-8,48 %, Q1-Beat ohne Anhebung der Jahresprognose), gefolgt von Merck (-6,02 %). Aus charttechnischer Perspektive zeigte der Markt eine Konsolidierung mit klarem Verkaufsdruck. Das intraday Wochenhoch bei rund 49.560 Punkten am Mittwoch markierte zugleich die zweite gescheiterte Annäherung an die psychologische 50.000-Punkte-Marke binnen zweier Handelswochen. Auf der Unterseite stützte das Freitags-Tief bei 49.127 Punkten als nächste Haltelinie. Der Schlusskurs liegt weniger als 3 % unter dem 52-Wochen-Hoch bei 50.513 Punkten, was diese Marke als nahegelegenes Aufwärtsziel definiert. Solange der Index oberhalb von 49.000 Punkten notiert, bleibt der mittelfristige Aufwärtstrend intakt. In der neuen Woche rückt die Fed-Sitzung in den Fokus, gefolgt am Donnerstag von den BIP-Zahlen für das erste Quartal. Acht Dow-Werte legen Quartalszahlen vor, darunter Coca-Cola, Sherwin-Williams und Visa am Dienstag, Microsoft und Amazon am Mittwoch sowie Caterpillar, Merck und Chevron an den Folgetagen.
Einschätzung
Die Märkte bewerten den Iran-Krieg als temporäres Ereignis. Diese Einschätzung könnte sich bei einem Ölpreis, der längere Zeit im Bereich von 100 US-Dollar oder darüber notiert, als trügerisch erweisen. Wir nutzen an schwachen Tagen antizyklische Einstiegschancen, bleiben im Gesamtkontext jedoch defensiv positioniert.