Für die Woche vom 20. – 24.04.2026
DAX
In der Vorwoche beendete der DAX den Handel mit einem Wochenplus von 3,8 %. In der heutigen Eröffnung sind jedoch Abschläge in Höhe von ca. 1,5 % zu verzeichnen, nachdem der Iran die Straße von Hormus erneut geschlossen hat. Ferner soll die iranische Delegation die Friedensverhandlungen mit den USA abgesagt haben. Dieser permanente Wechsel von positiven und negativen Nachrichten aus dem Nahen Osten gestaltet Prognosen noch anspruchsvoller, als sie es ohnehin schon sind. Sie zeigen aber auch, wie schnell sich der Markt drehen kann. Positiv zu werten ist die Dynamik, mit der der DAX sich von seinen Kursverlusten im März mittlerweile erholt hat. Diese Erholung beträgt vom Tief bei 21.864 Punkten über 2.500 Punkte. Sollte der Iran-Konflikt eine positive Wendung nehmen, so sind aus charttechnischer Sicht DAX-Notierungen zunächst bis zum bisherigen Allzeithoch durchaus möglich. Aufgrund der heutigen schwachen Eröffnung gilt es jedoch, den Blick auf die Unterstützungen zu richten. Diese befinden sich bei der 200-Tage-Linie bei 24.112 Punkten, gefolgt von der 50-Tage-Linie, die bei 23.986 Punkten verläuft.
Dow Jones Industrial
In der Vorwoche beendete der Dow Jones Industrial Average den Handel bei 49.447 Punkten und legte 3,19 % zu, blieb damit jedoch spürbar schwächer als der S&P 500, der im gleichen Zeitraum 4,54 % gewann. Rückenwind kam aus der Wiederöffnung der Straße von Hormus, die den Rohölpreis deutlich fallen ließ und damit Inflations- sowie Zinssorgen dämpfte. Auf Einzeltitelebene führten Microsoft (+14,00 %, Rotation in Software bei fallenden Renditen), Salesforce (+10,41 %, Erholung aus überverkauftem Bereich) und IBM (+9,84 %, AI-Hardware-Investitionen) die Liste an. Schwächer tendierten Coca-Cola (-3,16 %), Chevron (-2,42 %, Ölpreisverfall nach Hormus-Öffnung) und Merck & Co. (-1,94 %, defensive Rotation aus Gesundheitswerten). Aus charttechnischer Perspektive zeigte der Markt einen klaren Vorstoß nach oben. Vom Montagstief bei 47.506 Punkten arbeitete sich der Index bis auf 49.718 Punkte vor und schloss nur knapp darunter. Damit rückt die Zone um 50.000 Punkte als nächste Schwelle in den Blick, darüber käme das 52-Wochen-Hoch bei 50.513 Punkten in Reichweite. Auf der Unterseite dienen 48.789 Punkte als erste Haltezone, darunter verdichtet sich eine Unterstützung durch die Konvergenz aus Wochentief und 76,4-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 47.506 und 47.528 Punkten. Solange der Index oberhalb von 48.000 Punkten notiert, bleibt das Bild konstruktiv, ein Rückfall unter das Wochentief würde es eintrüben. In der neuen Woche rückt die Anhörung des designierten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh vor dem Senate Banking Committee am Dienstag in den Fokus, gefolgt vom S&P Global Flash US Composite PMI am Donnerstag und den Auftragseingängen für langlebige Güter am Freitag. Sieben Dow-Werte legen Quartalszahlen vor, darunter 3M und UnitedHealth am Dienstag, Boeing und IBM am Mittwoch sowie American Express, Honeywell und Procter & Gamble an den Folgetagen.
Einschätzung
Die permanente Abwechslung von positiven und negativen Nachrichten führt zu der Schlussfolgerung, dass es im aktuellen Kapitalmarktumfeld Sinn machen kann, eine abwartende Haltung einzunehmen. An schwachen Tagen können selektiv Positionen aufgebaut werden. Positiv zu werten ist das weiterhin negative Sentiment seitens der Marktteilnehmer, was unterstützend für die Aktienmärkte wirken kann.