Für die Woche vom 23. – 27.03.2026
DAX
In der Vorwoche beendete der DAX den Handel bei 22.380 Punkten und verlor 4,55 %, damit ist er etwas stärker als der Euro Stoxx 50 belastet, der im gleichen Zeitraum 3,78 % nachgab. Die Stimmung blieb angeschlagen, weil der Ölpreisschub infolge des Nahostkonflikts neue Inflations- und Zinssorgen auslöste. Auf Einzeltitelebene führten Heidelberg Materials (+6,40 %), Commerzbank (+2,50 %) und Deutsche Börse (+0,12 %) die Gewinnerliste an. Auf der Verliererseite standen Vonovia (-10,59 %), Scout24 (-9,43 %) und MTU Aero Engines (-8,12 %). Aus charttechnischer Sicht überwog in der Vorwoche eine klare Abwärtsbewegung. Nach einem Zwischenhoch bei 23.957 Punkten rutschte der Index bis auf 22.369 Punkte ab und schloss nur knapp darüber. Damit ist die Zone um 23.000 Punkte zunächst unterschritten. Eine Stabilisierung über diese Marke wäre der erste Schritt zu einer Erholung, und darüber käme der Schlussstand der Vorwoche bei 23.447 Punkten wieder in den Blick. Als weiter entfernte Rücklaufzone gilt 23.852 Punkte, was dem 76,4-%-Retracement der 52-Wochen-Spanne entspricht. Auf der Unterseite bleibt bei 22.369 Punkten die erste Haltelinie. Darunter würde die runde Marke von 22.000 Punkten an Bedeutung gewinnen. In der neuen Woche richten sich die Blicke auf die Vorabschätzung zum Verbrauchervertrauen im Euroraum am Montag und auf das ifo Geschäftsklima für März am Mittwoch. In der Berichtssaison stehen unter den DAX-Konzernen der Geschäftsbericht von Commerzbank und Fresenius am Mittwoch sowie die Jahresergebnisse von Scout24 und Porsche Automobil Holding am Donnerstag im Fokus.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones konsolidierte in der vergangenen Woche um 2,1 %. Er schloss bei 45.577 Punkten. Die Handelswoche stand im Zeichen steigender Ölpreise und keiner Entspannung der Lage in der Meerenge von Hormus, was Inflationssorgen vertiefte. Schon jetzt signalisieren höhere Produzentenpreise (eher bei Waren als bei Dienstleistungen) und eine hartnäckig über dem Zielkorridor verharrende Inflationsrate von 2,7 %, dass sich die Zinssenkungserwartungen zunächst nicht erfüllen könnten. Die US-Notenbank lies den Leitzins mit 11 zu 1 Stimmen unverändert bei 3,5 % – 3,75 %. US-Notenbankpräsident Powell verkündigte, dass Zinserhöhungen zumindest diskutiert wurden, was dazu beitrug, dass die Zinsmärkte inzwischen sogar eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung zum Jahresende sehen. Die Schwäche der vergangenen Handelswoche war breit gestreut und umfasst auch defensive Sektoren wie zinssensitive Versorger (-5,0 %) und nichtzyklischem Konsum (-4,5 %). Positive Makrodaten, wie eine zum vierten Mal in Folge steigende Industrieproduktion fanden im Risk off-Umfeld kaum Beachtung. Vergangenen Donnerstag hat der Dow Jones die wichtige 200-Tage-Linie (aktuell bei 46.672 Punkten) nach unten durchstoßen. Wir sahen zwar zunächst eine kleine Gegenbewegung, die aber für das eigentlich unterstützende Set-up sehr bescheiden ausfiel. Die langen Dochte signalisieren eine höhere Abgabebereitschaft der Marktteilnehmer auf diesem Niveau. Zu Wochenbeginn kündigen schwache Vorgaben aus Asien und schwache Dow Futures eine negative Eröffnung an, was zu einem Test der Verlaufshochs von Juli 2025 knapp unter 45.000 Punkten führen könnte. Spätestens dort erwarten wir den Start einer Gegenbewegung nach oben, denn aus technischer Sicht überwiegen nach wie vor die Chancen auf eine kurze Gegenbewegung, die aus unserer Sicht bis zur 200-Tage-Linie (aktuell bei 46.672 Punkten) führen könnte. Unterstützt wird diese These durch die Tatsache, dass der US-Dollar in der vergangenen Woche trotz schwacher Aktienkurse nicht mehr stärker und der Dow Jones Transportation Index trotz steigender Ölpreise nicht schwächer wurde.
Einschätzung
Wir sehen in dieser Woche gute Chancen für eine Gegenbewegung nach oben an den Aktienmärkten. Den Zeitpunkt Risikopositionen aufzubauen, sehen wir als zu früh an. Aus mittelfristiger Sicht sehen wir die Aktienmärkte zwar in einem fortgeschrittenen Stadium der Marktbereinigung, aber noch kein Kaufsignal.