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Kapitalmarkt-News aus erster Hand – die Experten der Fürst Fugger Privatbank informieren: KI-Euphorie trifft auf einen nüchternen Markt

Berichtssaison bestätigt solide Gewinnentwicklung

Die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 zeichnet kurz vor ihrem Abschluss ein insgesamt robustes Bild der US-Unternehmen. Die Gewinne des S&P 500 stiegen im Jahresvergleich um 14,1 % und die Umsätze legten um 9,5 % zu. Rund 73 % der Unternehmen übertrafen die Gewinnerwartungen der Analysten und liegen damit nahe am historischen Durchschnitt. Damit zeigt sich einmal mehr die Stabilität der US-Unternehmen, denn die Ergebnisse bestätigen, dass viele Unternehmen ihre Profitabilität trotz höherer Zinsen und geopolitischer Unsicherheiten behaupten können.

Besonders stark entwickelte sich im vierten Quartal der Industriesektor mit einem Gewinnwachstum von 26,5 % und damit deutlich über den ursprünglichen Erwartungen. Auch der Technologiesektor überzeugte mit einem Plus von 33,5 %. Schwächer präsentierten sich dagegen Teile des Gesundheitssektors, in denen einzelne Unternehmen die Prognosen klar verfehlten. Insgesamt zeigte sich ein bekanntes Muster der vergangenen Quartale: Technologie und Industrie treiben das Gewinnwachstum, während andere Branchen eine geringere Dynamik aufweisen.

Ein dominierendes Thema der Berichtssaison war erneut die Künstliche Intelligenz. In 331 Analystenkonferenzen – mehr als 65 % aller abgehaltenen Calls – fiel das Stichwort „KI“. Ein neuer Höchststand. Besonders häufig sprachen Unternehmen aus dem Technologie- und Finanzsektor über die Potenziale dieser Technologie. Gleichzeitig lässt sich jedoch ein bemerkenswertes Marktphänomen beobachten: Unternehmen, die besonders häufig über KI sprechen, haben an der Börse zuletzt nicht stärker abgeschnitten als andere.

Diejenigen Unternehmen, die KI auf ihren Analysten-Calls thematisierten, haben seit Jahresbeginn im Durchschnitt lediglich einen Kursanstieg von 1,5 % verzeichnet. Unternehmen ohne entsprechende Erwähnungen konnten dagegen um durchschnittlich 5,6 % zulegen. Wir sehen dies als einen Hinweis darauf, dass Investoren zunehmend genauer zwischen Vision und Ergebnis unterscheiden. Der Markt scheint also stärker zwischen technologischer Rhetorik und tatsächlichen Gewinnbeiträgen zu differenzieren.

Mit Blick auf das laufende Jahr bleibt das Umfeld dennoch konstruktiv. Analysten erwarten für 2026 ein Gewinnwachstum von rund 15 %. Das Bewertungsniveau am US-Aktienmarkt liegt jedoch über den langfristigen Durchschnittswerten. Um diese Bewertungen zu rechtfertigen, müssen die Unternehmen ihre Gewinnziele nun auch erreichen.

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