AKTUELLES

Neuigkeiten von der Fürst Fugger Privatbank: Technischer Aktien- und Rentenmarkt-Kommentar

Für die Woche vom 13. – 17.05.2024

DAX
Der DAX eilt von einem Allzeithoch zum nächsten. Dies ist allerdings für viele nicht nachvollziehbar. Getrieben wurden die Kurse erneut von guten Quartalsergebnissen sowie von der Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. So legte der DAX in den letzten 5 Tagen rund 770 Punkte oder 4,28 % zu und führt damit neben dem Swiss Market Index die Liste der Gewinner unter den großen Indizes an. Diese Entwicklung ist unter charttechnischen Gesichtspunkten schwer nachzuvollziehen. So befinden sich alle relevanten technischen Indikatoren im stark überkauften Bereich, zugleich lässt die Bewegungsdynamik, gemessen am ADX weiter nach. Trotz der überkauften Indikatorenlage besteht noch Aufwärtspotential bis an eine Trendlinie, welche sich aus den Hochs vom 14.12.2023 sowie vom 02.04.2024 ableiten lässt. Diese lässt Platz bis 19.181 Punkte. Auf der Unterseite scheint der DAX im Bereich um 18.250 Punkte gut unterstützt zu sein, hier verlaufen mehrere Hochs der letzten Wochen. Innerhalb der DAX-Titel erzielten Siemens Energy (+22,75 %), Infineon (+20,88 %) und Münchener Rück (+13,11 %) in der vergangenen Handelswoche die größten Kursgewinne. Dagegen verzeichneten Mercedes Benz (-4,74 %), Porsche (-2,6 %) und Sartorius Vz. (-1,93 %) die deutlichsten Kursrückgänge.

Euro Stoxx 50
Der Euro Stoxx 50 schloss die Handelswoche am Freitag mit einem Stand von 5.085 Punkten, was einem deutlichen Kursgewinn von 3,33 % gegenüber der Vorwoche entspricht. Der Euro Stoxx 50 verzeichnete seinen größten wöchentlichen Gewinn seit Januar, angetrieben von einer Reihe besser als erwarteter Gewinnberichte und der wachsenden Zuversicht, dass Zinssenkungen in diesem Jahr noch möglich sind. Der Euro Stoxx 50 erreichte somit sein höchstes Niveau seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die meisten Branchen im Euro Stoxx 50 verbuchten Kursgewinne, angeführt von den Versicherern, die um 4,86 % zulegten, gefolgt von den Versorgungsunternehmen mit einem Plus von 4,65 % und dem Baugewerbe, das um 4,28 % stieg. Dagegen blieben Immobilien mit einem marginalen Rückgang von 0,04 % und der Automobilsektor, der 1,85 % verlor, hinter dem allgemeinen Markttrend zurück. Charttechnisch hat sich eine unerwartete Entwicklung im Euro Stoxx 50 gezeigt: Statt der prognostizierten Seitwärtsbewegung durchbrach der Index die bedeutende Widerstandsmarke von 5.000 Punkten sowie die 38-Tage-Linie deutlich. Dieses Durchbrechen löste Kaufsignale aus, die vom Markt positiv aufgenommen wurden und auf eine mögliche Fortsetzung des Aufwärtstrends hindeuten. Die 5.000 Punktemarke zusammen mit der 38-Tage-Linie bilden wiederum eine robuste Unterstützungszone für die aktuelle Handelswoche. Diese Woche stehen aus dem Euro Stoxx 50-Universum Quartalsberichte von Bayer, Allianz, Deutsche Telekom und Siemens an.

Dow Jones Industrial
Der Dow Jones erzielte in der vergangenen Woche Kursgewinne von 2,2 %. Er schloss bei 39.513 Punkten. Sicher hat die weitgehend nachrichtenfreie Zeit in der Vorwoche zur freien Entfaltung beigetragen. Die Bewegung war breit unterstützt, so konnte auch der gleichgewichtete S&P 500 um 2 % zulegen. Am besten entwickelten sich die „old economy“ Sektoren, wie Versorger (+4 %) und Finanzwerte (+3,1 %). Das Momentum hielt sich besser als erwartet und auch ein schwächeres Konsumentenvertrauen der Uni Michigan für Mai, sowie ansteigende Inflationserwartungen sorgten für keinen wirklichen Dämpfer an den Aktienmärkten. Die Märkte konnten damit in der vergangenen Woche die kurzfristig überhitzte Markttechnik ignorieren. Der Dow Jones konnte trotz dieses eigentlichen Bremsklotzes seitens der Markttechnik mühelos die 38- und 50-Tage-Linie überwinden und befindet sich nur noch wenige Punkte unter dem Allzeithoch bei 39.879 Punkten. Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass er diese Woche das erste Mal über der 40.000 Punkte Marke schließen wird, die er Anfang April nur intraday überwinden konnte. Genau wie Anfang April, sehen wir die Markttechnik auch dieses Mal nicht als unterstützend an, sondern eher als Gegenwind. Es ist eher zu erwarten, dass sich die Kursgewinne beim Dow Jones erschöpfen und das Aufwärtspotenzial begrenzt sein wird. Wir erwarten eher einen Retest des Bereichs bei 39.000 Punkten. Hilfreich für die Beurteilung der weiteren Entwicklung im Dow Jones sollte die Entwicklung im Dow Jones Transportation sein, dem der Sprung über die wichtige 200-Tage-Linie gelungen ist. Sollte er sich jetzt über dieser wichtigen Marke etablieren können, wäre das als positives Zeichen zu interpretieren und Konsolidierungen könnten milde ausfallen.

Bund-Future
Zum Wochenschluss überwog am dritten Handelstag in Folge das Verkaufsinteresse. Die Abgaben wurden durch eine Reduktion der Wetten auf EZB-Zinssenkungen im Jahresverlauf ausgelöst. Hinzu kamen Konjunkturdaten aus den USA, welche zwar auf eine leichte Eintrübung der wirtschaftlichen Entwicklung hindeuten, jedoch bei einer anhaltend hartnäckigen Inflation. Dies drückte zusätzlich auf die Stimmung unter den Marktteilnehmern. Aktuell notiert der Bund-Future am kurzfristigen Aufwärtstrend seit dem 26.04.2024 bei 130,83 %-Punkten. Ein Bruch dieser Unterstützung könnte zu einem Test der 130 %-Punktemarke führen. Auf der Oberseite stellt die 38-Tage-Linie bei 131,61 %-Punkten einen markanten Widerstand dar.

Einschätzung
Getrieben von guten Quartalsergebnissen setzten die meisten Aktienindizes ihren Höhenflug fort, vor allem der DAX. Aufgrund der stark überkauften technischen Situation können wir uns eine Konsolidierung vorstellen. Wir bleiben neutral gewichtet.

Zum Artikel der Fürst Fugger Privatbank...